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Where2B 2010


Rückblick: Where2B 2010 in Bonn

Where2B - diese Frage war für rund 120 Teilnehmer der WhereGroup-Konferenz am 9. Dezember gelöst. Im Uni-Club in Bonn, einem traditionsreichen Veranstaltungssaal zwischen Universität und Rhein fand die Where2B 2010 statt.

Die Referenten aus Wirtschaft, Kommunen, Landes- und Bundesbehörden gaben sehr abwechslungsreiche und informative Einblicke aus erster Hand in aktuelle Themen und Lösungen u.a. in den Bereichen INSPIRE, ALKIS, PostNAS und Metadaten. Im Vordergrund standen dabei die Anwenderberichte aus der Praxis.

Einen sehr gelungenen Auftakt zur nunmehr dritten Where2B Konferenz der WhereGroup bildete die Keynote von Elmar Geese, dem Geschäftsführer der tarent GmbH und Vorsitzenden des Linuxverbands. In seinem ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrag "Die Märkte der Anderen" ging er der Frage nach, wie sich Innovation definieren und deren Chancen zur Verbreitung (nicht nur in der IT) abschätzen lassen.

Im Anschluss daran sprach Sebastian Schmitz von der Koordinierungsstelle GDI-DE beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie über den Stand der INSPIRE-Umsetzung, sowie die Roadmap für 2011. Gerade dieser Vortrag sorgte für rege Beteiligung des Publikums, es wurden zahlreiche Fragen der von INSPIRE betroffenen Stellen beantwortet.

In den folgenden Vorträgen wurde z.B. eine ALKIS-Anwendung auf Basis freier Software von der KRZ Lemgo vorgestellt, die dort bereits im produktiven Einsatz ist. Frank Jäger zeigte sehr anschaulich die Nutzungsbeispiele von PostNAS, einem OpenSource-Konverter für ALKIS-Daten auf.

Armin Retterath von der Kompetenz- und Geschäftsstelle Geodateninfrastruktur aus Rheinland-Pfalz stellte praktische Ansätze aus der GDI-RP zum Thema Metadatenmanagement für INSPIRE vor. Dabei ging es sehr pragmatisch um die Probleme bei der Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie, um Datenmodelle und um Service-Metadaten.

Metadaten und INSPIRE waren auch das Thema eines Vortrages von Olaf Knopp, der als Geschäftsführer der WhereGroup eine OpenSource-Lösung für das Management von Metadaten vorstellte: MeTaDor. Die Anwendung ist bereits auf kommunaler und Landesebene im Einsatz und dient der Erfassung, Verwaltung und Abgabe von INSPIRE-konformen Metadaten.

Dr. Peter König von der WhereGroup stellte ein Projekt vor, das in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock und dem dortigen Fraunhofer-Institut entsteht und das Thema e-Government für den Bürger erlebbar macht. Das Projekt mit dem bezeichnenden Namen "Klarschiff" bietet eine interaktive Plattform, auf der Bürger ihre Verwaltung auf Missstände (Graffiti, Schlaglöcher, etc.) hinweisen oder ihre Ideen zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur angeben können. Über die Internetseite kann dann mitverfolgt werden, wie der Bearbeitungsstatus ist oder ob auch andere Bürger sich für das jeweilige Objekt interessieren. Ähnliche Projekte finden in den USA, den Niederlanden und in England bereits regen Zulauf.

Birgit Meier vom Deutschen Wanderverband zeigte in Ihrem Vortrag, wie die Erfassung und Verwaltung von bundesweit rund 300.000 km Wanderwegen mittels WebGIS erfolgt, und wie damit ein effizienter Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird. Das Thema Wandern hat in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erlebt, und hier konnte man eindrucksvoll miterleben, welcher Aufwand dafür hinter den Kulissen getrieben wird.

Jörg Thomsen von der Berliner Firma MapMedia gab in seinem Vortrag einen sehr anschaulichen Überblick über die heutigen Möglichkeiten der thematischen Kartographie im Web. Dominik Helle vom Oldenburger Start-Up Omniscale referierte über die Software MapProxy. Damit lassen sich Web-Map-Dienste als vorgezeichnete Rasterbilder im Cache vorhalten, beschleunigen, und nach außen wieder als WMS-Dienst abgeben.

Rolf Feltens von der Firma EDC stellte im Auftrag des Landesbetriebes Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) den landesweiten Radroutenplaner vor, der in den letzten Jahren in einer Gemeinschaftsarbeit von WhereGroup, interactive instruments und dem LBM entstanden ist. Die Highlights hier waren Ausblicke auf intermodales Routing, sowie die länderübergreifende Ankopplung weiterer Routenplaner.

Die Resonanz auf die dritte Where2B Konferenz war durchweg sehr gut. „Es war eine informative, aus meiner und der Sicht meiner Kollegen und Mitarbeiter gelungene Veranstaltung mit interessanten Beiträgen sowie Möglichkeit zu Gesprächen und Kontakten. Kurz: Es blieb kein Wunsch offen.“, so ein Besucher der Konferenz. Auch die Abendveranstaltung fand regen Anklang, es wurde bis in die Nachtstunden hinein diskutiert.

Für alle, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten, sind die Vorträge und Präsentationen im Internet unter http://www.where2b-conference.com/vortraege_2010 zusammengestellt.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachtstage und freuen uns auf die nächste Where2B Konferenz 2011.