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Abstracts


Where2B, 09. Dezember 2010

Keynote: Die Märkte der Anderen - wie IT Innovationen die Welt verändern,
Elmar Geese, Geschäftsführer tarent GmbH und Vorsitzender des Linuxverband

Informationstechnologie ist immer mit dabei, wenn sich unsere Welt ändert. Wie nutze ich die tiefgreifenden Veränderung unseres wirtschaftlichen und sozialen Umfelds, wie stelle ich mich den Herausforderungen? Warum setzen sich manche Innovationen durch und andere nicht? Die Verbreitung von Innovationen verstehen hilft uns, die Zukunft besser einschätzen zu können.

In seiner Keynote stellt uns Elmar Geese seine ganz persönliche Sicht auf den Stand der Dinge in Markt, Wissenschaft und Gesellschaft vor.

Vortrag 1: INSPIRE-Umsetzung in Deutschland - Stand 2010, Roadmap (Identifizierung von Datensätzen Anhang I-III, Monitoring 2010, Netzdienste),
Sebastian Schmitz, Koordinierungsstelle GDI-DE, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in Europe) steht als Kürzel für die Richtlinie 2007/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Gemeinschaft. Die Richtlinie ist am 15. Mai 2007 in Kraft getreten. Ziel der Richtlinie ist es, die grenzübergreifende Nutzung von Geodaten in Europa zu erleichtern.

Im Jahr 2010 ist die Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie in Deutschland in vollem Gange: die ersten Datensätze und Dienste wurden identifiziert und die erste Frist zur Erstellung INSPIRE-konformer Metadaten wird am 3.12. diesen Jahres ablaufen. Im nächsten Jahr steht das Thema INSPIRE Such- und Darstellungsdienste an und die Identifizierung von Datensätzen wird auf die Themen der Anhänge II und III ausgeweitet.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten der INSPIRE-Umsetzung in Deutschland und die anstehenden nächsten Schritte im kommenden Jahr.

Vortrag 2: (Service-) Metadaten im Context des Aufbaus von Geodateninfrastrukturen,
Armin Retterath, Kompetenz- und Geschäftsstelle GDI-RP

Die Nutzung standardisierter Metadaten stellt den Schlüssel zum Aufbau von Geodateninfrastrukturen dar. Die Metadaten erfüllen dabei unterschiedlichste Aufgaben. Sie dienen der Suche, der Identifikation sowie der Feststellung der Verwendbarkeit der Daten zum gewünschten Zweck und sollen sowohl von Menschen als auch von Programmen verwendet werden können.

Aufgrund der vielfältigen Anforderungen und der hierdurch resultierenden komplexen Datenmodelle und Schnittstellen, kommt es bei der Realisierung häufig zu Problemen. Diese treten zum einen bei der technischen Implementierung auf, zum anderen sind sie jedoch systemimmanent, und eine Lösung ist auch mittelfristig nicht in Sicht.

Im Vortrag werden kurz die Zusammenhänge erläutert, die zu den oben angesprochenen Problemen führen. Am Beispiel der Modellierung der Service-Metadaten - im Rahmen der Umsetzung der INSPIRE Richtlinie - wird praktisch gezeigt, wie sich die Implementierung einer SDI-EU auswirkt. Außerdem werden einige pragmatische Ansätze aus der GDI-RP vorgestellt, mit denen man versucht, ein konsistentes (Service-) Metadatenmanagement für das Land Rheinland-Pfalz zu realisieren.

Vortrag 3: MeTaDor - OpenSource Metadatenlösung für INSPIRE,
Olaf Knopp, WhereGroup GmbH & Co. KG

Neben einer Vielzahl von proprietären Metadaten-Softwareprodukten ist als Open Source Lösung derzeit nur GeoNetwork opensource zu nennen. Die Software besitzt vor allem Stärken als Metadaten-Broker, also dem Harvesting von anderen Katalogen, und der Abgabe von Metadaten als OGC Catalogue Service. Im Bereich der Erfassung und Bearbeitung von Metadaten ist die Software allerdings recht unflexibel und umständlich.

Aus diesem Grund wurde in den Mapbender ein vollständiger INSPIRE-konformer Metadateneditor implementiert. Über eine intuitive und komfortable Oberfläche ermöglicht er das Anlegen und Bearbeiten von Metadatensätzen für Dienste und Daten sowie den Import und Export von Datensätzen als XML. Zur Gewährleistung valider Datensätze werden Pflichtfelder bereits bei der Eingabe auf korrekte Inhalte überprüft. Außerdem ist eine Validierung kompletter Datensätze über den INSPIRE-Validator möglich.

Die WhereGroup bietet diese Lösung als MeTaDor an. Herr Knopp stellt sie in seinem Vortrag kurz vor.

Vortrag 4: ALKIS, die neue Katastergrundlage - Einfache NAS-Schnittstelle, Auskunft im WebGIS,
Frank Jäger, Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg Lippe

Im Projekt 'ALK mit freier Software' wurde von mehreren Stellen gemeinsam eine Lösung entwickelt, mit der sogar die 'amtliche Auskunft' aus der ALK erteilt werden durfte. Mit Ablösung der Verfahren ALB und ALK durch ALKIS müssen diese Komponenten nun erneuert werden.

Aufbauend auf dem Treiber 'PostNAS' für den Konverter 'ogr2ogr' entstehen zur Zeit neue Anwendungen für die Integration der ALKIS-Geobasisdaten in ein kommunales GIS. Mit den Komponenten PostgreSQL/PostGIS, UMN-MapServer und Mapbender werden die ALKIS-Daten erschlossen als Kartendienst (WMS), als Buchauskunft und als Suche für den Mapbender.

Der Vortrag zeigt den aktuellen Stand der Entwicklung rund um PostNAS aus der Sicht eines kommunalen Rechenzentrums.

Vortrag 5: Digitale Wanderwegeverwaltung als Beitrag zum ehrenamtlichen Naturschutz,
Birgit Meier, Deutscher Wanderverband

Das Projekt „Digitale Wanderwegeverwaltung als Beitrag zum ehrenamtlichen Naturschutz“ hat sich die Schaffung deutschlandweit einheitlicher Standards zur Wegeverwaltung zum Ziel gesetzt. Um dies zu erreichen, müssen die technischen Voraussetzungen und die Lehrinhalte zur Qualifi­kation von digitalen Wegebetreuern aufgebaut werden. Angesprochen werden dabei die ehrenamtlichen und mit dem regionalen Wege-Wissen ausgestatteten Wegewarte und Wegebetreuer, welche durch ihre Arbeit einen großen Beitrag zum ehrenamtlichen Naturschutz leisten, aber auch andere wegebetreuende Organisationen wie Naturparke oder Landkreise.

Im Rahmen der Projektphase wird eine Online-Wegeverwaltungssoftware entwickelt, die ab Anfang 2011 den einzelnen Wanderregionen für ihre Pflege der digitalen Wegedaten zur Verfügung steht. Die Software folgt der Prämisse einer einfachen Bedienbarkeit, sie bietet Flexibilität in der Anwendung, erleichtert den Informationsaustausch und erfasst alle erforderlichen Faktoren für eine nachhaltige Wegeverwaltung. Darüber hinaus wird die Software selbst zur Schnittstelle werden, für einen deutschlandweit einheitlichen Datentransfer mit kooperierenden Institutionen und Behörden.

Vortrag 6: Radroutenplaner RLP - Funktionen, Neuerungen, Ausblick,
Rolf Feltens, im Auftrag des Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz

Der Radroutenplaner Rheinland-Pfalz dient zur Bewerbung und Vermarktung des Radtourismus. Es handelt sich um eine online-Anwendung, die mit geographischen Informationen, Web2.0-Elementen und Open Source Technologie einige der momentan wichtigsten Strömungen im Netz vereint.

Das Zusammenspiel verschiedener Kooperationspartner aus Politik (Ministerien), Verwaltung (Landesbetrieb Mobilität) und Wirtschaft (Tourismusverbände)ist hier vorbildlich gelungen, sogar über Landesgrenzen hinweg.

Dabei wurde die seit langem gehegte Forderung, staatliche (Geo-)Informationen in Wert zu setzen und daraus Mehrwert zu generieren, hier in exemplarischer Weise umgesetzt.

Vortrag 7: Klarschiff.HRO - Interaktiver, multimodaler Mitteilungs- und Beteiligungsdienst für Bürger und Unternehmen der Hansestadt Rostock,
Peter König, WhereGroup GmbH & Co. KG

eGovernment verändert die Struktur und Kultur von öffentlichen Verwaltungen. Als Ergebnis von Reformprozessen und durch die Etablierung neuer Workflow-Systeme, die der stetigen Optimierung ihrer Geschäftsprozesse dienen, bieten öffentliche Verwaltungen nahezu täglich neue IKT-Dienste über das Internet an. Wie bei allen so genannten "Internet-Themen" wandelt sich auch hier die Rolle des Menschen vom eher passiven Rezipienten oder Antragsteller zum aktiv Beteiligten innerhalb der Abläufe.

Im Vortrag wird ein Bürger-Beteiligungs-Portal der Stadt Rostock vorgestellt, mit dessen Hilfe der Bürger der Stadtverwaltung über das Internet Problembereiche oder auch Verbesserungsvorschläge in der Stadt mitteilen kann und soll.

Das Projekt gliedert sich in zwei Bereiche: Einerseits wird dem Bürger eine leicht zu bedienende GIS-Oberfläche angeboten, über die er georeferenzierte Vorgänge melden und mit Photos dokumentieren kann. Andererseits wird derzeit an einem Routing gearbeitet, das über adaptive Verfahren gewichtete Vorschläge zur Zuordnung des richtigen Verwaltungs-Sachbearbeiters eines Vorgangs liefert.

Vortrag 8: Dynamische thematische Kartographie im WWW,
Jörg Thomsen, MapMedia GmbH

Die klassische thematische Kartografie führte in den vergangenen Jahren ein Schattendasein unter den MapServer-basierten WebMapping-Anwendungen, wurde doch zunächst der Schwerpunkt auf die Funktionsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit der WebMapping-Technologien gelegt um Basisdaten für jegliche Art von Geodateninfrastrukturen zur Verfügung zu stellen. WebMapping-Anwendungen bieten vielen Nutzern ohne großen Aufwand Zugriff auf Geodaten. Die Karten, die zur Verfügung gestellt werden sind zu einem großen Teil vorkonfiguriert, eigene Analysen und Klassifizierungen sind nur bedingt durchführbar.

Der Vortrag geht der Frage nach, wie thematische Karten mit Web-Technologien dennoch möglichst interaktiv und benutzerfreundlich gestaltet werden können und wie mit sich verändernden attributiven Daten umgegangen werden kann.

Vortrag 9: MapProxy - Mehr als nur eine Caching-Lösung,
Dominik Helle, Omniscale GbR

Schnelle Karten mit dem WMS-Standard verspricht das OpenSource Projekt MapProxy. MapProxy ist eine Software mit der bestehende WMS-Server einer aktiven Geschwindigkeitsverbesserung unterzogen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Caching-Lösungen bleibt hierbei der WMS Standard komplett erhalten.

Neben der Beschleunigung verfügt der MapProxy noch über weitere Funktionen. MapProxy ermöglicht z.B. das Umprojizieren von WMS, auch dann wenn der ursprüngliche WMS die Projektion nicht zur Verfügung stellt.

Zusätzlich kann der MapProxy als kaskadierender WMS eingesetzt werden, d.h. unterschiedliche Layer oder ganze WMS Server können miteinander kombiniert werden, ohne dass dabei der WMS Standard verloren geht. Auch das Abfragen von Punktinformationen über GetFateureInfo ist, im Gegensatz zu anderen Lösungen, weiterhin möglich.

Weitere Informationen unter http://mapproxy.org