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Abstracts


Dienstag, 09. Dezember 2008

Keynote: Can you INSPIRE me please!?,
Mr. Ticheler, OSGeo Board of Directors

The INSPIRE directive requires organizations to make essential geographic information accessible through common standards. The keynote will address challenges and opportunities that come to you as a consequence. What are the key challenges you face and what opportunities can available Free and Open Source Software solutions give you as the person behind that organization? How can you be INSPIREd?

OSS im Einsatz bei Bundesbehörden,
Herr Dr. Schnackenburg, Bundesstelle für Informationstechnik (BIT)

In dem angebotenen Vortrag wird der Einsatz von Open-Source-Software unter dem besonderen Blickwinkel der Bundesverwaltung dargestellt. Dabei wird insbesondere auf die Potentiale und die Rahmenbedingungen des Einsatzes eingegangen. Als eine der Handlungsmöglichkeiten, mit der sich der Bund seit einigen Jahren engagiert, wird im folgenden der Migrationsleitfaden und das Kompetenzzentrum Open-Source-Software in der Bundesstelle für Informationstechnik in Köln präsentiert. Neben Einblicken in die inhaltliche Arbeit dieser Organisationseinheit werden auch einige Projekte umrissen.

GisInfoService - Das Portal für die Rohstoffindustrie,
Fr. Schaber-Mohr, GIW-Kommission und Hr. Schulz, in medias res GmbH

Die Verfügbarkeit von Geodaten hat für Rohstoffwirtschaft eine besonders hohe Bedeutung: In Deutschland werden in ca. 5.000 Rohstoffgewinnungsstätten pro Jahr rund 800 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe gefördert. Die langfristig sichere, verbrauchsnahe Rohstoffversorgung konkurriert allerdings mit anderen Nutzungsansprüchen, wie z.B. der Wasserwirtschaft, dem Natur-, Landschafts- und Vogelschutz und der Bauplanung.

Seit 2005 stellt das Portal GisInfoService.de den Unternehmen der Steine-Erden-Industrie erstmalig die verfügbaren planungsrelevanten Geodaten für die betriebliche Rohstoffsicherung zur Verfügung. GisInfoService wurde daher 2006 zum Leitprojekt GeoRohstoff der Kommission für Geoinformationswirtschaft.

Verschiedene Nutzungsvarianten werden den unterschiedlichen Firmenansprüchen gerecht und stellen darüber integrierte Funktionalitäten wie z.B. eine Grundstücksverwaltung zur Verfügung. Im Dialog mit den verschiedenen Landesbehörden werden Verfügbarkeit und Funktionalität des Geodaten-Angebotes laufend aktualisiert und weiterentwickelt.

Der Tourenplaner RLP als Beispiel für öffentliche Mobilitätsportale,
Herr Dölger, MWVLW Rheinland-Pfalz

Der Tourenplaner Rheinland-Pfalz ist ein wichtiges Instrument, um das Land im Wettbewerb der touristischen Destinationen auf den Wachstumsfeldern Radwandern und Wandern zu positionieren.
Innovativ an dieser Anwendung sind u.a. die durchgehende Ausrichtung auf OGC-Verfahren und OSS Software. Neuartig ist aber auch die Modularisierung des Systems im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Öffentlicher Hand, Tourismuswirtschaft und weiteren Beteiligten.
Der Beitrag beleuchtet die Anforderungen, die Architektur und die wesentlichen Features des Tourenplaners im Lichte der Erwartungen seiner Nutzer und berichtet die ersten Erfahrungen. Vertieft wird das Thema Systemverknüpfung dargestellt: Kartographiebasierte Auskunftssysteme müssen auf eine nahtlose Information ihrer Kunden abzielen, auch über Zuständigkeitsgrenzen hinweg.

Second Cities - 3-dimensionale Herausforderungen in der öffentlichen Verwaltung, Herr Markus, Autodesk GmbH

3D-Stadtmodelle kommen in immer mehr Aufgabenfeldern öffentlicher Verwaltung zum Einsatz. Die Pionierphase ist abgeschlossen - die Kommunen sind heute in der Umsetzung und Gewinnung der 3D Daten. Nach ersten Einsätzen im Umweltbereich (z.B. Hochwassersimulationen) werden dreidimensionale Daten heute vorwiegend im Städtebau und der Stadtplanung, aber auch im Tourismus, dem Stadtmarketing und vielen weiteren Aufgabenfeldern genutzt.

Durch Earthviewer sind 3D Geodaten heute so präsent wie nie zuvor. Bisher genutzte Papp- und Holzmodelle werden mehr und mehr durch attraktivere Visualisierungen am PC ersetzt. Das 3D Modell hilft Laien und Profis schneller akzeptable und hochwertige Ergebnisse in Planungsprozessen voranzutreiben.

Von diesen Vorteilen profitiert nicht nur Planer, sonden auch Bürger, die mit Hilfe virtueller Modelle aktiver an den Planungs- und Gestaltungsprozessen der Kommune teilnehmen können. In der Wirtschaftsförderung spielt neben der genannten Visualisierung vorhandener und geplanter Gebäude auch die Darstellung der Infrastruktur eine wichtige Rolle.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Workshop 1: ALKIS/PostNAS: Theorie und Praxis,
Hr. Dr. Powitz, ibR Geoinformation GmbH und Hr. Knopp, WhereGroup GmbH & Co. KG

ALKIS kommt. Damit kommt auch hochspezialisierte Software zur Migration, Datenhaltung und Bearbeitung von Katasterdaten im 3A Modell. Für viele Nachnutzer und Anwendungen, die gar nicht in die Tiefen des Datenmodells einsteigen müssen, ist diese Software eher ungeeignet, funktionsüberfrachtet und oft schlicht nicht finanzierbar. Es gibt jedoch einen Schlüssel zu den ALKIS-Daten; die freie Software PostNAS. Sie ermöglicht die Nutzung von ALKIS Daten ausserhalb der Spezialsoftware, sowohl in bewährten Geodateninfrastrukturen als auch in herkömmlichen DesktopPC Anwendungen.

Seit wenigen Wochen steht nun eine PostNAS Software-Distribution mit Testdaten und Dokumentation zum Kauf bereit. Die Software wird von Projektpartnern bereits produktiv eingesetzt, derzeit vor allem zur Qualitätssicherung und Einführung von Nachnutzungsprozessen. PostNAS beinhaltet die NAS-Erweiterung der höchst erfolgreichen Bibliothek GDAL/OGR, die als Basis zur Geodatennutzung weltweit von großen GIS-Herstellern und praktisch allen professionellen Open Source GIS Produkten verwendet wird. Herr Knopp (WhereGroup) stellt PostNAS vor und bringt Sie auf den neuesten Stand der Weiterentwicklungen.

Workshop 2: Introduction to GeoNetwork opensource,
Mr. Ticheler, OSGeo Board of Directors

Participants will setup a catalog to serve and access geospatial data through the Web. Topics that will be covered are the publishing of geospatial data, harvesting spatial data resources from web map servers, finding and using spatial data through applications like News Readers and Google Earth and the integration of the publishing process in existing workflows.

Workshop 3: Rechtsfragen Geodaten,
Hr. RA Wagner, LL.M. und Fr. RAin Dr. Krügel, LL.M.,
Institut für Rechtsinformatik der Leibniz Universität Hannover

Geoinformationen sind in den letzten Jahren zunehmend von der Privatwirtschaft entdeckt worden. Geomarketing setzt sich beispielsweise nach und nach als ein erfolgsbestimmender Faktor in Unternehmen durch. Mit steigender Nachfrage auf der einen Seite und zunehmendem Detaillierungsgrad sowie wachsendem Datenpool auf der anderen, rücken Geoinformationen aber auch mehr und mehr in das Blickfeld der Juristen und zwar insbesondere in den Bereichen Datenschutz und Urheberrecht. Für den Datenschutz stellt sich die Frage, wann ein Geodatum Personenbezug besitzt und welche Konsequenzen sich für die Verarbeitung dieser Daten aus einem Personenbezug ergeben. Im Urheberrecht wird vor allem nach Verwertungsrechten an Geodaten und möglichem Investitionsschutz bei der Erstellung von Geoinformationssystemen gefragt. Diese und weitere Problemkreise sollen im Rahmen des Workshops diskutiert werden.

Workshop 5: INSPIRE Umsetzung,
Hr. Sandmann, Bezirksregierung Köln

Die europäische Kommission hat am 15.Mai 2007 die Richtlinie INSPIRE für den Aufbau einer europäischen Geodateninfrastruktur für die Gemeinschaftspolitik beschlossen. Die Richtlinie verpflichtet alle EU-Länder, diese Richtlinie innerhalb von 2 Jahren in nationales Recht umzusetzen. Diese Umsetzung wird in Nordrhein-Westfalen mit dem Geodatenzugangsgesetz NW erfolgen.

Für die ressortübergreifende Koordination der Aktivitäten der Landesregierung zum Aufbau der Geodateninfrastruktur in Deutschland wurde im Jahr 2004 ein interministerieller Ausschuss (IMA GDI.NRW) eingerichtet. Der IMA GDI.NRW nimmt auch die koordinierende Funktion zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie wahr. Zur Unterstützung dieses Ausschusses wurde eine Geschäfts- und Koordinierungsstelle bei der Bezirksregierung Köln, GEObasis.nrw eingerichtet.

Herr Sandmann ist Leiter der Geschäfts- und Koordinierungsstelle. In seinem Vortrag informiert er über die Rahmenbedingungen der INSPIRE-Richtlinie und die daraus abgeleiteten Aktivitäten in NRW.

Workshop 5: INSPIRE Umsetzung,
Hr. Robertz, X-border-GDI

Mit INSPIRE werden innerhalb der EU erstmals Regelungen getroffen, die die Mitgliedsstaaten seitens Brüssel verpflichten, definierte Datasets via Webservices und per Definition grenzüberschreitend verfügbar zu machen.
In der Realität zeigt sich jedoch, dass aufgrund diverser Aspekte diese Bereitstellung auf eine Reihe von Hindernissen technischer und organisatorischer Ursachen treffen.
Das Programm X-border-GDI hat in über 20 Einzelprojekten den Aufbau einer Geodateninfrastruktur NL-D mit verschiedenen Fachausprägungen vorangetrieben, viele der benötigten Datensätze und Informationen entsprechen dabei Teilen von Annex I – III der Richtlinie.
Neben unterschiedlichen Koordinatensystemen stellten dabei vor allem die unterschiedlichen Prozesse und Zuständigkeiten der Datengenerierung und –hoheit große Herausforderungen dar. X-border-GDI gibt darauf basierend einen Erfahrungsbericht über bottom-up Probleme in einem top-down Prozess.

Workshop 6: OGC-konforme Geodatenhaltung,
Hr. Fikoczek, WhereGroup GmbH & Co. KG

Im Fokus des Workshops steht das Vorhalten von Geodaten in einem
Geo-Datenbank-Management-Systems (GDBMS).
Einführend werden die theoretischen Grundlagen einer OGC-konformen
Geodatenhaltung an den beiden Geodatenbanksystemen: PostgreSQL / PostGIS und Oracle (Locator) vermittelt. Ein Teil der Theorie beinhaltet die zugrunde
liegende OGC Spezifikation "Simple Feature Specification for SQL" und geht auf
die unterschiedlichen räumlichen Datenmodelle der erwähnten Geodatenbanken
ein.
Des Weiteren wird der Umgang mit Geodaten an den beiden Geodatenbanksystemen dargestellt:
- Import von Geodaten
- Datenmanipulation und räumliche Abfrage über das SQL-Interface
- Vorstellen von räumlichen PostGIS- und Oracle-Funktionen
- Einbinden der PostGIS/Oracle-Daten in UMN MapServer (WMS)
- Einbinden der PostGIS/Oracle-Daten in GeoServer (WFS)